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Akkordeon für Anfänger von Doormaker: Die Software-Usability im Praxis-Test

Akkordeon für Anfänger von Doormaker: Online-Kurs-Test der Software-Usability mit der Hohner Concerto II für erwachsene Einsteiger
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Zwei Fenster offen auf dem Zweitmonitor an meinem Schreibtisch: links die Lektionsübersicht von Doormaker, rechts das Kurs-Dashboard von meineMusikschule, und ich klicke mich durch beide Menüs, um herauszufinden, welche Software dich als erwachsenen Einsteiger ohne Notenkenntnisse mit möglichst wenigen Klicks zur richtigen Übung bringt. Getestet wird an meiner geerbten Hohner Concerto II, und genau darum geht es in diesem Akkordeon-Online-Kurs-Test: nicht um hübsche Vorschaubilder, sondern um die Software-Usability selbst – Navigation, Ladezeiten, Menüstruktur –, wenn du als Erwachsener das Instrument Akkordeon lernen willst. Die kurze Antwort vorweg: Bei der reinen Bedienbarkeit liegt Doormaker vorn, aber nicht bei jedem Kriterium, das ich prüfe, und wer trotzdem besser zur Alternative greift, steht weiter unten.

Vorab die Pflichtangabe, weil es bei einem Einmalkauf-Kurs wie diesem um eine dreistellige Summe geht: Die Produktlinks in diesem Text sind Affiliate-Links, ich bekomme bei einem Kauf eine Provision, dein Preis ändert sich dadurch nicht. Über 400 Euro habe ich in achtzehn Monaten für sieben verschiedene Kurse ausgegeben, und was genau ich seither als Kriterium für eine Empfehlung nehme, habe ich in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben – hier ist meine vollständige Offenlegung.

Beim Kurs Akkordeon für Anfänger von Doormaker bin ich hängengeblieben, nachdem drei andere Anbieter genau an der Stelle scheiterten, die mich am meisten interessiert: dem Übergang von der Lektionsliste zur tatsächlichen Übung. Bei zwei Kursen musste ich mich durch verschachtelte Untermenüs klicken, nur um das nächste Video zu finden, bei einem dritten lud die Seite bei jedem Klick komplett neu. Mein Kollege Klaus Bünger, der selbst keinen Ton vom nächsten unterscheiden kann, fragt trotzdem regelmäßig nach dem Stand meiner Testtabelle – seine These ist, dass sich solche Software-Probleme eins zu eins auf jede schlecht gebaute interne Firmen-Anwendung übertragen lassen, und ganz unrecht hat er damit nicht.

Doormaker gegen meineMusikschule: Zwei Interfaces im Praxis-Test

Doormakers Dashboard ist eine einzige lineare Liste von Lektion eins bis zum letzten Modul, ohne Verzweigungen und ohne Wahlmöglichkeiten, bei denen du am Ende doch wieder auf der Startseite landest. meineMusikschule dagegen bündelt Akkordeon in einem größeren Portal mit mehreren Instrumenten, was praktisch ist, wenn du später noch Klavier oder Gitarre dazunehmen willst, aber beim reinen Akkordeon-Fokus für Umwege sorgt: Zwischen zwei Akkordeon-Lektionen liegen manchmal Kacheln für andere Instrumente, durch die du dich erst durchklicken musst. Für jemanden, der wie ich Struktur ohne Ablenkung will, ist das ein klarer Minuspunkt – auch wenn die Abo-Flexibilität an anderer Stelle wieder aufholt.

Ein Punkt, den ich in der Software besonders genau geprüft habe, ist der Fortschritts-Tracker: Doormaker hakt jede abgeschlossene Lektion ab und zeigt eine Prozentleiste bis zum nächsten Modul, meineMusikschule zeigt nur, welche Lektion du zuletzt geöffnet hast, nicht ob du sie auch beendet hast. Wie du Lernfortschritt beim Akkordeon wirklich objektiv misst statt ihn nur subjektiv zu fühlen, habe ich in meinem Artikel zur objektiven Bewertung von Lernfortschritten aufgeschrieben; für den Software-Vergleich hier reicht die Beobachtung, dass ein sauberer Tracker den Unterschied macht, ob du nach einer Pause noch weißt, wo du stehst.

Beide Kurse legen die 72 Bassknöpfe meiner Concerto II auf dem Stradella-System an – wie sich Bass-Systeme grundsätzlich unterscheiden, ist ein eigenes Thema, hier zählt nur, wie gut die Software das Layout sichtbar macht. Doormaker filmt die linke Hand aus einer eigenen Kameraperspektive von oben, sodass sich jede der sechs Spalten einzeln nachvollziehen lässt, und verlinkt an der Stelle, an der Dur- und Molltonarten zum ersten Mal eine Rolle spielen, direkt zur Grafik des Quintenzirkels – ein kleines Detail, aber genau die Art Usability-Feinschliff, die bei meineMusikschule fehlt, wo die Bass-Erklärung als reiner Text ohne Kamerawinkel kommt.

Die 72 Bassknöpfe im Stradella-System aus der Kameraperspektive im Doormaker Akkordeon-Online-Kurs-Test für Erwachsene

Wie gut ist die Videoqualität wirklich, wenn du genau hinschaust?

Bei der Videoqualität wird der größte handwerkliche Unterschied sichtbar: Doormaker filmt in gestochen scharfer Auflösung aus zwei festen Kamerawinkeln gleichzeitig, während meineMusikschule je nach Dozent zwischen wackliger Handykamera und sauberem Studio-Setup wechselt – bei einer Vertretungsstunde war das Bild so verwackelt, dass ich zweimal zurückspulen musste, um die Fingerposition überhaupt zu erkennen. Eine Doormaker-Lektion mit dem Namen „Grundbass-Wechsel im Zeitraffer" zeigt, wie gute Kameraführung Bewegungsabläufe verständlich macht, die reiner Text niemals vermitteln könnte, entsprechend liegt hier ein klarer Usability-Vorsprung für den Einmalkauf-Kurs. Fehlen tut mir bei Doormaker trotzdem etwas Grundsätzliches: eine kostenlose Testphase, mit der du vor dem Kauf selbst prüfen könntest, ob dir das Tempo liegt.

Support-Tickets, Preismodell und ein blinder Fleck bei Doormaker

Support-technisch schlägt sich Doormaker solide: Rückfragen zur Fingerhaltung beantwortet ein Mensch, kein Chatbot, meist am selben oder nächsten Werktag. Die Investition musst du vor dem Kauf anhand der Vorschau-Videos einschätzen, nicht anhand eines echten Probemonats, wie er bei meineMusikschule oder Harmonicademy als Abo-Modell selbstverständlich dazugehört. Wann so ein fehlendes Sicherheitsnetz überhaupt zum Ausschlusskriterium für einen Kurs wird, ist eine Abwägung, die ich an anderer Stelle im Detail zu Abbruchkriterien bei Online-Kursen durchgespielt habe; für den Software-Vergleich hier reicht die Feststellung, dass Doormaker dieses Netz schlicht nicht bietet.

Abo oder Einmalkauf: Was sich beim Akkordeon lernen rechnet

Wer nach einem flexiblen Abo statt einem großen Einmalkauf sucht, findet die Langfassung in meinem Test von meineMusikschule, wo ich Preismodell, Support und Lektionsdichte getrennt von der reinen Usability bewerte. Für den Interface-Vergleich hier zählt vor allem eines: Ein Abo passt zu unregelmäßigen Lernphasen, wie ich sie selbst neben Überstunden im Job habe, ein Einmalkauf wie Doormaker lohnt sich eher, wenn du von Anfang an weißt, dass du mehrere Monate durchziehen willst, ohne jeden Monat neu zu entscheiden, ob sich die Gebühr noch lohnt. Wie Abo und Einmalkauf sich langfristig finanziell unterscheiden, rechne ich an anderer Stelle im Detail vor; hier bleibt es bei der Software-Frage, und die beantwortet sich unabhängig vom Preismodell.

Wie sich die Übungsvideos im Detail schlagen, Kamerawinkel für Kamerawinkel und Lektion für Lektion, habe ich separat in meinem Test der Übungsvideos von Doormaker festgehalten, falls dich allein die Bildqualität interessiert.

Für wen Doormaker die falsche Wahl ist

Eine Einschränkung gilt unabhängig vom Interface: Wer eine Steirische Harmonika oder eine andere diatonische Ziehharmonika spielt, für den ist die komplette Software-Architektur von Doormaker der falsche Stack, weil die Grifflogik dort komplett anders funktioniert als beim chromatischen Pianoakkordeon. In dem Fall führt kein Weg am Ziehharmonika Anfängerkurs von Harmonicademy vorbei, der mit seinen 21 Lektionen speziell auf die wechseltönige Logik zugeschnitten ist und in Aufbau wie Kameraführung ein völlig anderes Produkt ist als alles, was ich hier bespreche.

Meine Einschätzung nach dem Interface-Vergleich

Edeltraud Pfisterer, eine Leserin, hatte mich nach einem früheren Kursvergleich gefragt, ob sich Doormakers Oberfläche auch ganz ohne Vorkenntnisse bedienen lässt, bevor sie selbst Geld investiert. Sie hat den Testzugang durchgeklickt und mir zurückgemeldet, dass sie nach den ersten Lektionen ohne fremde Hilfe wusste, wo die nächste Übung zu finden ist – für mich der eigentliche Usability-Test, nicht meine eigene Einschätzung als jemand, der beruflich täglich mit Benutzeroberflächen zu tun hat.

Mein Fazit bleibt eine Software-Bewertung, keine Wertung des Lehrinhalts: Für ein chromatisches Pianoakkordeon wie meine Concerto II ist Doormakers Oberfläche schlanker, schneller navigierbar und mit dem besseren Fortschritts-Tracker ausgestattet, dafür zahlst du einmalig eine Summe im oberen Preissegment und bekommst keine Testphase. Wähle Doormaker, wenn du von Anfang an strukturiert durchziehen willst und den höheren Einstiegspreis nicht scheust; wähle meineMusikschule, wenn dir ein günstigerer, kündbarer Einstieg wichtiger ist als das letzte Quäntchen Usability. Beide bringen dich ans Ziel, nur über unterschiedlich komfortable Oberflächen.

8.9

Akkordeon fuer Anfaenger (doormaker)

Vorteile

  • + Extrem systematischer Aufbau mit klaren Milestones
  • + Hervorragende Videoqualität für Detail-Ansichten
  • + Optimale Didaktik für das klassische Pianoakkordeon
  • + Lebenslanger Zugriff ohne laufende Abo-Kosten

Nachteile

  • ✗ Hoher Einmalpreis im Vergleich zu Abos
  • ✗ Nicht für diatonische Harmonikas geeignet
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