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Hohner Concerto II restaurieren oder neuen Akkordeon Online Kurs starten?

Hohner Concerto II Akkordeon von 1964 – restaurieren oder neuen Online-Kurs starten

Eine Generalüberholung meiner geerbten Hohner Concerto II kostet beim Instrumentenbauer mehr als jeder einzelne der sieben Online-Kurse, die ich in eineinhalb Jahren durchgetestet habe — und trotzdem habe ich die Restaurierung bewusst nach hinten geschoben. Erst Akkordeon lernen, dann das Erbstück aufwendig restaurieren: Das ist meine eigentliche Empfehlung, wenn dir ein altes Instrument aus dem Keller zufällt. Wer ein Erbstück hervorholt, sollte kein Geld in die Mechanik stecken, bevor klar ist, dass er nach vier Wochen nicht wieder aufhört.

Kurzer Hinweis vorab: Was hier steht, stammt aus 18 Monaten strukturierter Testerei — mit Tabellen, Notizen und klaren Abbruchkriterien, wie ich sie aus dem Job kenne. Ein paar der Links unten sind Affiliate-Links; kaufst du über sie einen Kurs, bekomme ich eine Provision, und dein Preis bleibt exakt derselbe. Empfohlen wird nur, was ich selbst bis zum Ende durchgezogen habe.

Erst der Kurs, dann die Werkstatt

Als DevOps-Engineer ist mein Reflex bei einem alten System immer derselbe: prüfen, ob sich das Refactoring lohnt, bevor Budget fließt. Genau so bin ich an die Concerto II herangegangen. Die Restaurierung ist teuer und einmalig — der Online-Kurs dagegen ist mein Proof of Concept. Erst wenn die Software läuft, also meine Finger die Bewegungen halten, lasse ich die Hardware generalüberholen. Kein Instrumentenbauer sieht mein Geld, bevor ich nicht bewiesen habe, dass ich das Projekt nicht nach vier Wochen einstelle.

Mein erster Versuch war der naheliegende und der falsche: ein Notenlehrbuch für Kinder. Zwei Seiten weit bin ich gekommen, dann lag es im Regal — Noten pauken passt einfach nicht zu der Art, wie ich lerne. Deshalb lief bei mir alles über den Ansatz Akkordeon lernen ohne Noten — Stücke über Struktur erschließen statt über Blattlesen. Die Balgführung, das saubere Timing von Zug und Druck, ist die zweite Hürde, an der viele Selbstlerner hängen bleiben; wie du sie aufbaust, füllt ein eigenes Kapitel.

Welches Bass-System steckt in der Concerto II?

Die Hohner Concerto II, Baujahr ungefähr 1964, ist ein Piano-Akkordeon mit 26 Diskanttasten und 48 Bässen im Stradella-System — ein typisches deutsches Einsteiger-Schulinstrument der Nachkriegsgeneration. Diese Zahlen klingen trocken, entscheiden aber alles: Wer weiß, dass er ein Stradella-Piano-Akkordeon vor sich hat, kann die halbe Kurswelt von vornherein aussortieren.

Welches Bass-System dein Instrument hat, entscheidet mit, welcher Kurs überhaupt zu dir passt — den vollständigen Systemvergleich hebe ich mir für einen eigenen Artikel auf. Für die Praxis reicht eine Regel: Kurse, die für die diatonische Ziehharmonika gebaut sind, bringen dir an einem chromatischen Piano-Akkordeon wie meinem nichts, weil beide Instrumente einer komplett anderen Logik folgen. Wer das verwechselt, kauft am eigenen Instrument vorbei — und das ist teurer als jeder Kursvergleich.

Der Kurs, der bei mir hängen blieb

Nach drei Kursen, die ich wegen fehlender Struktur schon nach zwei Wochen abgebrochen hatte, blieb ich bei Akkordeon für Anfänger von doormaker hängen. Der Aufbau ist konsequent linear: klare Wochenziele, keine Seitenpfade, und die Video-Anleitungen zu Handhaltung und Balgführung sind sauber gefilmt statt verpixelter 2010er-Ware. Was mir konkret geholfen hat, war die Handhaltungs-Einheit ganz am Anfang — die meisten Kurse überspringen sie und wundern sich später über Verspannungen. Woran du einen Kurs objektiv misst — Struktur, Lehrerpräsenz, Ton- und Bildqualität, wobei alte, unscharfe Videos für mich technische Schulden sind — ist ein Kriterienthema, das ich an anderer Stelle auseinandernehme. Die konkrete Schwäche hier: Du kaufst blind. Ein Einmalkauf im oberen Preissegment, ohne kostenlosen Probemonat, eine Perpetual License, die du vorher nicht ausprobieren kannst.

Wer flexibler bleiben will, für den ist Meine Musikschule Akkordeon Test die Alternative: ein deutsches Monatsabo mit verlässlichem Support und Zugriff auf andere Instrumentenkurse, dafür weniger linear und akkordeon-spezifisch nicht ganz so tief. Ob sich langfristig der Einmalkauf oder das Monatsabo mehr lohnt — Perpetual License gegen SaaS — ist eine eigene Rechnung; mir war beim Einmalkauf vor allem lieb, dass ich kein Abo zu kündigen vergesse. Und falls in deinem Keller doch eine diatonische Ziehharmonika stand und kein Piano-Akkordeon, ist ein Spezialkurs wie der Harmonicademy Test der passende Startpunkt — für meine Concerto II war er es ausdrücklich nicht.

Warum ich die Restaurierung erst jetzt freischalte

In der fünften Woche saß ich im Zug nach Augsburg und bemerkte irgendwann, dass meine rechte Hand die Grifffolge eines ganzen Stücks lautlos auf dem Oberschenkel abklopfte — auswendig, ohne dass ich es geplant hatte. Das war für mich der Messwert, auf den ich gewartet hatte: nicht Begeisterung, sondern ein Automatismus, der von allein kam. Am selben Oberschenkel setzt sich das Instrument abends nach einer langen Übungseinheit mit seinem vollen Gewicht ab — der Punkt, an dem ich merke, dass für heute genug ist.

Zwei Jahre nach dem Erbe steht die Entscheidung: Die Concerto II geht jetzt zur vollen Revision zum Instrumentenbauer — nicht vorher, sondern genau jetzt, weil das Projekt seit Monaten stabil läuft und ich fast jeden Abend in Giesing übe. Vier der sieben getesteten Kurse habe ich komplett durchgezogen, drei früh abgebrochen; diese Datenbasis war mir die Restaurierung erst wert. Wenn bei dir ein Erbstück im Keller steht, dreh die Reihenfolge nicht um: Der Kurs ist dein Proof of Concept, die Restaurierung die teure Produktivumgebung. Schalte die teure Umgebung erst frei, wenn der Proof über Wochen trägt — und nicht, weil ein frisch poliertes Instrument im Regal einfach schöner aussieht.

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